top of page

post

baccello.png
fagioli.png
fungo.png
basilico_2.png

Was kommt an HEILIGABEND AUF DEN TISCH und was bedeutet WEIHNACHTEN FÜR UNS?

  • Autorenbild: Frank
    Frank
  • 21. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

MANUELA (Veranstaltungs- und Workshopmanagerin), wofür steht für Dich WEIHNACHTEN?Als Wert? Woran will Dich Weinachten jedes Jahr erinnern?

„Es mag simpel klingen, aber für mich bedeutet Weihnachten Familie, Zusammensein und füreinander sorgen. Das kann durch ein Geschenk geschehen, aber auch dadurch, dass wir Zeit mit unseren Lieben verbringen oder etwas Gutes für sie zubereiten. Ich erinnere mich noch immer mit großer Liebe und Verbundenheit an die Momente, die wir alle zusammen verbracht haben, als ich ein Kind war. Auch heute noch bedeutet Weihnachten für mich genau das: Teilen, Liebe und Wärme.“

Zum einen bedeutet Weihnachten für mich (Frank, Pastamadre-Workshopleiter), wirklich hinschauen: Was geht hier vor? Wer oder Was braucht meine Nächstenliebe und meine Hilfe, meine Hand? 


Die Weihnachtsgeschichte, der Heilige Abend kommen in der Bibel relativ unspektakulär daher. Die Bedürftigkeit eines jungen Paares, dass in den nächsten Stunden ein Kind erwartet, wird in der Bibel, im Lukas Evangelium lapidar beschrieben. Im Lukas Evangelium heißt es über Jesu Geburt:


„1Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. 2Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. 3Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. 4Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, 5auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. 6Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. 7Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“


Mich erinnert das an die wachsende Zahl von Bettlern und Obdachlosen, denen wir auf den Straßen, in den Bahnhöfen und Zügen begegnen.

Wie kann es sein, dass in einem so reichen Land wie Deutschland Menschen auf der Straße leben müssen und sich vom Betteln und vom Pfandflaschen sammeln ernähren müssen? Deutschland hat die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt nach den USA und China. Deutschland ist die größte Volkswirtschaft Europas.


Weihnachten ist für mich selbst der Apell, genau hinzuschauen: Wer braucht meine Hilfe? Was kann ich tun? Weihnachten ist für mich der Apell an mein Mitgefühl mit der Welt.

Wir wären nicht PASTAMADRE wenn Weihnachten für uns nicht auch mit der Frage nach dem Essen verbunden wäre. In meiner Erinnerung an die Weihnacht mit meinen Eltern sind das immer „Festessen“ gewesen. Als Teil von PASTAMADRE und Vertreter einer „arme Leute Küche“ interessierte mich besonders was denn traditionelle Gerichte in der Heiligen Nacht, in der nach der Bibel Jesus geboren wurde, sind? In Deutschland ist – noch – das typische Essen an Heiligabend „Kartoffelsalat mit Würstchen“, in manchen Gegenden auch Würstchen mit Meerrettichsoße. Das geht wohl ursprünglich auf die heute kaum noch bekannte Weihnachtsfastenzeit (14. November bis 24. Dezember) zurück. Fleisch und tierische Fette sollten möglichst vermieden werden.


Heute stehen davon oft nur noch Effizienz- und Kostengesichtspunkte im Blick: Geht schnell – man hat genug Zeit um die Bescherung vorzubereiten und noch in die Kirche zu gehen. Und es kostet nicht so viel. An die Weihnachtsfastenzeit erinnert auch das traditionelle FISCHGERICHT an Heiligabend. Aus Italien ist das „Fest der sieben Fische“ bekannt, ein mehrgängiges Fisch-Menü, dass den Verzicht auf Fleisch und tierische Fette geradezu zelebriert. In vielen Regionen gab und gibt es zum Heiligen Abend traditionell ein Eintopfgericht.

Für mich erinnert diese „einfache Küche“ eben auch an die Armut und die Not in dem Stall in dem in der Heiligen Nacht Maria ihr Kind zur Welt brachte.



Ich war neugierig und wollte wissen, was bei unseren italienischen Freundinnen und Freunde an Heiligabend auf den Tisch kommt? Was wurde in Eurer Kindheit am Heiligen Abend gegessen?

WAS KOMMT AN HEILIGABEND bei Euch auf den Tisch?


Bei unserer Freundin MAILA, die heute in der Näher von Rom lebt sieht es an Heiligabend auf dem Tisch so aus:

„Natürlich ist das in jeder Region und bei jeder Familie anders, aber im Allgemeinen bei uns hier in Rom gilt als Regel, dass kein Fleisch auf den Tisch 'darf', sondern nur Fisch. Fleisch war für Weihnachten vorbehalten. Diese Tradition gilt bis heute. Also bei uns kommen als Antipasti (VORSPEISEN) sogenannte 'Fritti' auf den Tisch. Zum Beispiel Broccoli fritti, Carciofi fritti, Cozze gratinate al forno (Miesmuscheln überbacken aus dem Backofen) und Filetto di baccalà fritto (Gebratenes Stockfisch Filet). Diese Gerichte stehen fest, und dann kommen noch weitere wechselnde Gerichte dazu.“ Im letzten Jahr hatte Mailas Mamma dazu den Insalata russa zubereitet. Danach kommt das Primo, das erste Gericht, bei uns normalerweise Spaghetti allo scoglio oder Spaghetti alle vongole und dann kommt il "secondo", dieses zweite Gericht ist kein zweiter ‚Gang‘ (aber dazu mehr in unserem nächsten Newsletter im Februar) – und alles immer auf Fischbasis! Letztes Jahr gab es bei uns Coda di rospo con patate (Seeteufel mit Kartoffeln), ein sehr beliebtes Gericht. Dann kommen die Dolci (DESSERT) Torrone, Pandoro, Panettone) ... am Ende platzt man!"

Auch MANUELA habe ich dazu noch einmal gefragt:

„Ich muss sagen, dass sich die Tradition seit meiner Kindheit kaum verändert hat: Aus Gründen, die ihre Wurzeln in der katholischen Religion haben wird am Heiligabend KEIN Fleisch gegessen. Daher steht beim Abendessen am 24. Dezember Fisch im Mittelpunkt. Die Gerichte auf dem Tisch variieren natürlich, ich stelle Euch hier gerne mal eine Liste der Speisen zusammen, die in meiner Familie normalerweise zubereitet werden:

ANTIPASTI

Sie sind so reichhaltig und lecker, dass sie eigentlich ausreichen, um satt zu werden!

Tartine di tonno o salmone (Thunfisch- oder Lachshäppchen)

Insalata di polipo (Oktopus Salat)

Piatti di formaggi misti (Gemischte Käseplatte)

Cocktail di gamberi (Krabbensalat)

Oliven

Verdure crude croccanti (Knackiges rohes Gemüse)

Pettole (Krapfen aus Wasser und Mehl)


PRIMI PIATTI

Oft Spaghetti alle vongole e/o cozze (Spaghetti mit Venusmuschel und/oder Miesmuscheln)

oder Pasta al sugo di pesce (Pasta mit Fischsauce)

oder Risotto allo scoglio (Risotto mit Meeresfrüchten)


SECONDI PIATTI

In der Regel Baccalá fritto o al forno (gebratener oder gebackener Stockfisch)

Aber auch:

Spiedini di gamberi e seppie (Garnelen- und Tintenfischspieße)

Pesce arrosto (Gebratener Fisch)

Lumachine in umido (Geschmorte Schnecken)

Salat


DOLCI

Pandoro farcito (Gefüllter Pandoro)

Panettone

Frutta secca (Trockenfrüchte)

Piatti di frutta mista (Gemischte Obstplatte)



DAS FEST DER SIEBEN FISCHE

 

Maila und Manuela spielen auf die Weihnachtsfastenzeit und das daraus entstandene Fest der sieben Fische an! Diese Fastenzeit beginnt am 14. November und endet am 1. Weihnachtstag; dem 25. Dezember. Ein besonders anschauliches Beispiel für das Fest der sieben Fische findet Ihr in dem wirklich sehenswerten Film „Green Book“ mit Mahershala Ali und Viggo Mortensen. Green Book basiert auf der Lebensgeschichte des Italoamerikaners Tony Lip, der in den 1960er Jahren Chauffeur des afroamerikanischen Pianisten Don Shirley wurde – in der Schlussszene, an Heiligabend gibt es ein nicht enden wollendes Fest der sieben Fische. 


Diese Festa dei sette pesci (Fest der sieben Fische, Amerikanisch Feast of the Seven Fishes) ist eine Italo-amerikanische Feier des Heiligabends mit Gerichten aus Fisch und anderen Meeresfrüchten. Es ist kein „Fest“ im Sinne einer „Feier“, sondern ein sehr opulentes Mahl. Heiligabend ist der letzte Tag der Weihnachtsfastenzeit – und ein Vigil-Tag. Die Fülle an Meeresfrüchten spiegelt die Einhaltung des Verzichts auf Fleisch bis zum Festtag, dem 1. Weihnachtsfeiertag wider. Diese Tradition stammt wohl ursprünglich aus Süditalien, wo sie als „La Vigilia“ (ohne Erwähnung der Zahl Sieben) bekannt ist. (für das Fest der sieben Fische habe ich auf die Wikipedia zurückgegriffen)


Auch in Berlin war es früher üblich am Heiligen Abend Fisch zu servieren – oder zumindest kein Fleisch auf den Tisch zu bringen. Meine Mama erzählt, dass bei meiner Ur-Großmutter in der Regel Karpfen (Karpfen Blau) auf den Tisch kam. Legendär ist die Familienerzählung vom lebenden Karpfen, der bis zum 23. Dezember in der (Zink-)Badewanne in der Küche gehalten wurde. 

Karpfen haben sehr große Schuppen. Die wurden aufgehoben, gesammelt und an Sylvester verteilt. Als Glücksbringer trug man sie das Jahr über im Portemonnaie – damit immer Geld in der Tasche sei!

Frohe Weihnachten,

Frank



Kommentare


bottom of page